Die kurze Antwort: Ein Schneidebrett ist lebensmittelecht, wenn alle drei Bestandteile es sind: das Holz, der Leim in den Fugen und das Öl auf der Oberfläche. Beim Holz haben sich heimische Harthölzer wie Eiche, Esche, Kirsche und Nussbaum bewährt. Beim Leim und beim Öl hilft nur ein Blick auf die Angaben des Herstellers.
„Lebensmittelecht“ steht auf vielen Produkten, ist aber kein geschütztes Siegel mit einheitlichem Logo. Rechtlich gilt in der EU: Alles, was mit Lebensmitteln in Berührung kommt, darf keine Stoffe in Mengen abgeben, die der Gesundheit schaden oder das Lebensmittel verändern. In Deutschland regelt das unter anderem das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch, kurz LFGB. Was das bei einem Holzbrett konkret heißt, steht hier.
Das Holz
Nicht jede Holzart eignet sich gleich gut. Für Schneidebretter haben sich heimische Laubhölzer bewährt, die hart, dicht und geruchsneutral sind. Weiche Nadelhölzer sind weniger geeignet: Sie sind oft harzig, zerfurchen schnell und können Geschmack abgeben.
Eiche enthält Gerbstoffe, die das Wachstum von Bakterien hemmen, ein Längsholzbrett aus Eiche ist deshalb ein Klassiker. Kirsche ist feiner in der Struktur und dunkelt mit den Jahren nach, etwa beim Stirnholz-Schneidebrett aus Kirschbaum. Esche ist hell, zäh und elastisch, zum Beispiel als Stirnholz-Schneidebrett aus Esche.
Eichenholz Schneidebrett, massiv & langlebig
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Stirnholz Schneidebrett Esche
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Unabhängig von der Holzart lohnt sich beim Kauf ein Blick auf drei Punkte:
- Massivholz statt Verbundplatte. In Platten aus gepressten Spänen oder Fasern steckt viel Bindemittel, und welches, erfährst du selten.
- Kein Lack auf der Schneidfläche. Lack wird beim Schneiden verletzt, und feine Splitter können im Essen landen.
- Saubere, geschlossene Leimfugen. Offene Fugen sind Stellen, an denen sich Feuchtigkeit und Schmutz sammeln.
Wie sich die vier Hölzer in Farbe, Härte und Pflege unterscheiden, steht im Beitrag Welches Holz für ein Schneidebrett?.
Der Leim
Die meisten Schneidebretter bestehen aus mehreren verleimten Leisten, ein Stirnholzbrett sogar aus vielen kleinen Stücken. Der Leim ist also Teil der Oberfläche, auch wenn du ihn nur als feine Linie siehst.
Für Holz in der Küche werden in der Regel wasserfeste Holzleime verwendet. Wie gut ein Leim Feuchtigkeit verträgt, wird nach der Norm DIN EN 204 in Gruppen von D1 bis D4 eingeteilt. Bei Schneidebrettern sind D3 oder D4 üblich, diese Leime halten auch häufiges Abwaschen aus. Wichtig zu wissen: Die D-Gruppe sagt etwas über die Wasserfestigkeit aus, nicht über den Kontakt mit Lebensmitteln.
Dafür gibt es eigene Angaben der Leimhersteller. Viele Holzleime sind im ausgehärteten Zustand für den Kontakt mit Lebensmitteln freigegeben, das steht dann ausdrücklich im technischen Merkblatt. Am fertigen Brett siehst du das nicht. Wenn du es genau wissen willst, frag beim Hersteller des Bretts nach, welcher Leim verwendet wurde. Das gilt auch für uns: schreib uns kurz.
| Bestandteil | Worauf du achtest | Wo du es findest |
|---|---|---|
| Holz | Heimisches Hartholz, massiv, ohne Lack | Produktbeschreibung |
| Leim | Wasserfest nach DIN EN 204 (meist D3 oder D4) und für Lebensmittelkontakt freigegeben | Technisches Merkblatt, Nachfrage beim Hersteller |
| Öl | Ausdrücklich lebensmittelecht, aushärtend | Etikett, Hinweis auf LFGB |
Das Öl
Das Öl ist der Teil, den du selbst in der Hand hast, denn du trägst es ab und zu neu auf. Zwei Dinge zählen: Es sollte aushärten, damit es im Holz nicht ranzig wird. Und es muss ausdrücklich für den Kontakt mit Lebensmitteln ausgewiesen sein.
Speiseöle wie Oliven- oder Sonnenblumenöl sind zwar essbar, härten aber nicht aus. Im Holz werden sie nach einiger Zeit ranzig, und das Brett riecht muffig. Essbar und für das Brett geeignet ist also nicht dasselbe.
Das Pflege-Set NO.4 enthält 250 ml Leinöl-Firnis, der nach LFGB als lebensmittelecht geprüft ist und zusätzlich die Norm DIN EN 71-3 für Kinderspielzeug erfüllt. Er zieht ins Holz ein und härtet dort aus. Welche anderen Öle es gibt und wovon du besser die Finger lässt, steht im Beitrag Holzpflegeöl: welches Öl für welches Holz.
Die Pflege entscheidet mit
Ein Brett bleibt nur so lange ein gutes Küchenwerkzeug, wie seine Oberfläche intakt ist. Tiefe Kerben, offene Fugen und eine graue, rissige Oberfläche nehmen mehr Feuchtigkeit und Schmutz auf. Zur Frage nach der Lebensmittelechtheit gehört deshalb auch, wie du das Brett behandelst: heiß abwaschen, abtrocknen, aufrecht trocknen lassen, nie in die Spülmaschine, regelmäßig ölen.
Auf einem Stirnholzbrett schließen sich feine Schnitte wieder, weil die Faser senkrecht steht. Ein Stirnholz-Schneidebrett aus Nussbaum oder ein Stirnholz-Schneidebrett aus Eiche bleibt dadurch auch nach Jahren geschlossener als ein zerschnittenes Kunststoffbrett. Wie es mit der Hygiene von Holz insgesamt aussieht, steht im Beitrag Sind Holzbretter hygienisch?.
Kurz zusammengefasst
- „Lebensmittelecht“ gilt für das ganze Brett: Holz, Leim und Öl.
- Beim Leim ist D3 oder D4 nach DIN EN 204 üblich, die Freigabe für Lebensmittel steht im Merkblatt des Leimherstellers.
- Beim Öl zählt die ausdrückliche Angabe, zum Beispiel nach LFGB. Kein Speiseöl aufs Brett.
- Im Zweifel nachfragen. Ein Hersteller sollte dir sagen können, was in seinem Brett steckt.
Alle Bretter findest du unter Schneidebretter, das Öl zum Nachpflegen bei der Holzpflege.
Passend dazu: Neues Holzschneidebrett vor dem ersten Gebrauch und Schimmel auf dem Schneidebrett.


