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Schneidebrett richtig trocknen und aufbewahren

Die kurze Antwort: Nach dem Abwaschen beide Seiten abtrocknen und das Brett aufrecht hinstellen, damit Luft an beide Flächen kommt. Aufbewahrt wird es trocken und luftig, fern von Herd, Heizung und Sonne. Flach und feucht liegen lassen ist der sicherste Weg zu einem krummen Brett.

Wie du dein Brett abwäschst, ist schnell erklärt. Was danach passiert, entscheidet aber, ob es nach zehn Jahren noch plan liegt. Die meisten Risse und Verzüge entstehen nicht beim Schneiden, sondern in den Stunden, in denen ein nasses Brett irgendwo herumsteht.

Warum Holz gleichmäßig trocknen muss

Massives Holz nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Das ist normal und kein Mangel. Kritisch wird es erst, wenn eine Seite nass bleibt und die andere trocknet. Die feuchte Seite dehnt sich etwas mehr als die trockene, und das Brett wölbt sich. Passiert das oft genug, reißt das Holz oder eine Leimfuge gibt nach.

Ein schweres Stirnholzbrett wie das Stirnholz-Schneidebrett aus Nussbaum nimmt über die offenen Faserenden mehr Wasser auf als ein Längsholzbrett. Umso wichtiger ist, dass es nach dem Abwaschen nicht in einer Pfütze liegen bleibt. Ein leichteres Längsholzbrett aus Eiche verzeiht etwas mehr, aber auch hier gilt: gleichmäßig trocknen lassen.

So trocknest du dein Brett richtig

  1. Kurz abwaschen. Heißes Wasser, Bürste oder Schwamm, bei Fett ein Tropfen Spülmittel. Nicht einweichen.
  2. Beide Seiten abtrocknen. Mit einem Geschirrtuch über Oberseite, Unterseite und Kanten. Das nimmt den größten Teil der Nässe weg.
  3. Aufrecht hinstellen. Auf die lange Kante, an die Wand gelehnt oder in einen Tellerständer. So kommt Luft an beide Flächen.
  4. Ein paar Stunden Zeit geben. Erst wenn sich das Brett überall trocken anfühlt, kommt es an seinen festen Platz.

Wo das Brett hingehört und wo nicht

Ort Geeignet? Warum
Hochkant an der Wand oder im Tellerständer Ja Luft an beiden Seiten, das Holz trocknet gleichmäßig
Flach auf der Arbeitsplatte Ja, wenn es trocken ist In Ordnung, solange darunter keine Nässe steht
Direkt neben Herd oder Backofen Nein Die Hitze trocknet eine Seite zu schnell
Auf der Heizung oder in der Sonne Nein Einseitiges, schnelles Austrocknen führt zu Rissen
Im geschlossenen Schrank, noch feucht Nein Die Feuchtigkeit kann nicht weg, das Holz riecht muffig

Im Schrank oder auf der Arbeitsplatte?

Auf der Arbeitsplatte bleiben die großen, schweren Bretter. Ein Stirnholzbrett aus Eiche in 4 cm Stärke trägt man nicht jeden Tag in den Schrank und zurück. Stell es so, dass es nicht direkt an der Spüle steht, wo es ständig Spritzwasser abbekommt.

Im Schrank landen die leichteren Bretter. Ein Längsholzbrett aus Kirsche in 2,5 cm oder ein paar Vesperbretter aus Eiche passen gut hochkant zwischen Backbleche oder in einen Fachteiler. Stapeln geht auch, aber nur, wenn jedes Brett vorher ganz trocken war. Sonst trocknen die Flächen, die aufeinanderliegen, nie richtig.

Wenn das Brett länger nicht benutzt wird

Urlaub, Umzug oder das große Brett, das nur an Feiertagen herauskommt: Holz mag weder sehr trockene noch sehr feuchte Luft. Ein Keller mit feuchten Wänden ist ebenso ungünstig wie ein Dachboden, der im Sommer heiß wird. Am besten steht es in einem normalen Wohnraum.

Vor einer längeren Pause lohnt es sich, das Brett einmal dünn zu ölen. Das Pflege-Set NO.4 enthält dafür Leinöl-Firnis, Pads und ein Ölsaugtuch. Wickel das Brett nicht in Folie oder eine Plastiktüte, darunter kann die Feuchtigkeit nicht entweichen.

Woran du merkst, dass etwas nicht stimmt

  • Das Brett wackelt auf der Arbeitsplatte. Es hat sich leicht gewölbt, meist weil es flach und nass lag. Ein leichter Verzug geht manchmal zurück, wenn du es ein paar Tage aufrecht trocknen lässt und danach beide Seiten ölst.
  • Die Oberfläche wird grau und rau. Das Öl ist aufgebraucht. Nachölen hilft.
  • Es riecht muffig. Das Brett war zu lange feucht eingeschlossen. Mit grobem Salz und einer halben Zitrone abreiben, abspülen, gut trocknen lassen und danach ölen.

Größere Risse oder ein deutlicher Verzug lassen sich oft noch retten. Wie, steht im Beitrag Risse, Verzug, Flecken: Holzbrett retten statt wegwerfen.

Füße unter dem Brett

Ein Brett, das auf kleinen Füßen steht, bekommt auch von unten Luft und trocknet deshalb besser, selbst wenn es flach liegt. Unsere Bretter wie das Längsholz-Schneidebrett aus Esche kommen standardmäßig ohne Füße, Vollgummi- oder Aluminiumfüße kannst du beim Bestellen aber direkt als Zusatzoption dazubuchen. Für Sondermaße schreib uns kurz.

Wie du dein Brett vorher richtig abwäschst, steht im Beitrag Schneidebrett in die Spülmaschine?, und wann es wieder Öl braucht, im Beitrag Schneidebrett ölen: welches Öl, wie oft. Alle Bretter findest du unter Schneidebretter, Öl und Zubehör bei der Holzpflege.

Passend dazu: Schneidebrett hat sich verzogen und Schimmel auf dem Schneidebrett.

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